Hockenheimer Asylnetzwerk plant großes Begegnungsfest

Wie das Asylnetzwerk jetzt in einer Pressemitteilung bekanntgab, plant es die Durchführung eines großen Begegnungsfests am Sonntag, 4. September 2016, auf dem Waldfestplatz in Hockenheim. Im Rahmen des Fests, welches u.a. als gemeinsames Picknick organisiert werden wird, soll den Bürgerinnen und Bürgern der Verwaltungsgemeinschaft sowie den dort untergebrachten Geflüchteten eine weitere Gelegenheit zum besseren Kennenlernen gegeben werden. Motiviert durch den großen Erfolg und das überaus positive Feedback der Bevölkerung auf die Aktivitäten des Asylnetzwerks während der Hockenheimer Mai-Veranstaltung hat man sich zur Durchführung eines Begegnungsfests entschlossen. Der Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf den Themen Begegnung, Kennenlernen und Kommunikation. Es soll primär gemeinsam musiziert, getanzt, gesungen, geredet und gelacht werden. Natürlich sollen dabei die Versorgung mit Speisen und Getränken nicht zu kurz kommen. Beginnen wird das Fest am 4. September um 11:00 Uhr mit einem musikalischen Frühschoppen, für den bereits einige namhafte Interpreten aus der Region ihre Teilnahme zugesagt haben. Zu den geplanten Musik- und Kulturbeiträgen sowie der sonstigen Organisation der Veranstaltung sollen in Kürze weitere Verlautbarungen des Hockenheimer Asylnetzwerks folgen.

kso

Bis zu 21 Flüchtlinge in Leopoldstraße 45

Die Stadt Hockenheim ist verpflichtet, Flüchtlingen im Anschluss an ihr Asylverfahren beziehungsweise spätestens nach zwei Jahren geeigneten Wohnraum zur Verfügung zu stellen (sogenannte Anschlussunterbringung). Um diese Verpflichtung zu erfüllen, wird die Stadt im Gebäude Leopoldstraße 45 nach entsprechenden Zuweisungen des Landratsamts Rhein-Neckar bis zu 21 Flüchtlinge einquartieren.

Dafür wurden inzwischen verschiedene Arbeiten an dem Gebäude durchgeführt, um es dem Bedarf anzupassen. Bei den Menschen, die in die Leopoldstraße 45 einziehen, handelt es sich nach Angaben der Verwaltung um Personen, die meist schon längere Zeit in der Bundesrepublik wohnen und die sich hier bereits eingelebt haben. Die Stadtverwaltung Hockenheim hat die Anwohner in der näheren Umgebung der Leopoldstraße 45 mit einem Brief über den bald bevorstehenden Bezug informiert. cs

© Hockenheimer Tageszeitung, Montag, 25.07.2016

Flotte Rhythmen vom Hindukusch

GAUSS-GYMNASIUM: Flüchtlinge musizieren mit der 7 a / Asylnetzwerk stellt sich vor / Schüler spenden Erlös vom Gauß-Vent für Musikgruppe

Hussein und Aziz trommeln und 31 Schüler machen bei der kleinen Percussion-Session im Musiksaal begeistert mit: Unterricht der etwas anderen Art am Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium. Die Musikklasse 7 a hatte Besuch von zwei Flüchtlingen aus Afghanistan sowie Vertretern des Asylnetzwerks Hockenheim. Grund für die Visite war eine Spende der Klasse an die Musikgruppe des Asylnetzwerks. Beim Gauß-Vent verkaufte die Klasse verzierte Kerzen für den guten Zweck. Der Erlös ging an einen sozialen Zweck. Als Empfänger hatten sich die Schüler die aktiven Musiker unter den Flüchtlingen ausgesucht.

Diese ließen sich nicht lange bitten und bestritten mit der 7 a (Klassenlehrerin Hildegard Wirth, stellvertretende Klassenlehrerin Christiane Wegner) eine höchst rhythmische Doppelstunde.

Musik überwindet Sprachbarriere

Ins Gauß gekommen waren vom Asylnetzwerk Manuela Offenloch, Sprecherin des Arbeitskreises „Freizeit“, sowie Gunter Dubrau, der die Musikgruppe leitet, sowie die beiden Musiker Hussein (26) und Aziz (16), beide aus Afghanistan.

Die beiden Flüchtlinge wurden von ihren Gastgebern mit herzlichem Applaus begrüßt, ehe Manuela Offenloch in kurzen Zügen den AK „Freizeit“ vorstellte. Dieser unternehme mit den Flüchtlingen verschiedene Aktionen und unterstütze sie dabei, in Vereinen unterzukommen (zum Beispiel beim Fußball).

Eine wesentliche Rolle spiele bei den Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern wie Syrien, Afghanistan, Irak, Iran, Gambia, Eritrea oder Pakistan die Musik. Die Musikgruppe habe man von Anfang an eingerichtet, denn bei der Musik spielten Sprachbarrieren keine große Rolle. Die Flüchtlinge seien vielmehr mit viel Freude bei der Sache. Außerdem fördere das gemeinsame Musizieren das Miteinander und beuge Konflikten vor.

Was Manuela Offenloch verbal vorgestellt hatte, untermauerte Gunter Dubrau mit einer kleinen Diaschau über die Unterkunft im Pfälzer Ring und die Arbeit des AK „Freizeit“, insbesondere die Musikgruppe.

Gefühl und Ausdrucksstärke

Hussein flüchtete 2004 aus dem Land am Hindukusch in Südasien und lebte zunächst zehn Jahre in Griechenland. Vor drei Jahren kam er nach Deutschland und wohnt mittlerweile in einer Privatwohnung. Unter Afghanen ist der 26-Jährige mit dem Rhythmus im Blut und der einnehmenden Stimme als Musiker bekannt. Dies wurde auch am Gauß deutlich.

Die Schüler gruppierten sich im Kreis um die beiden Gäste. Hussein, der mittlerweile sehr gutes Deutsch spricht, legte gleich los. Mitgebracht hatten er und Aziz verschiedene Trommeln, eine Gitarre und ein indisches Harmonium. Hussein stimmte ein Schlaflied an und den Song „Karawane“ über das Leben. Dabei wurde gleich deutlich: Rhythmus spielt in der für uns Europäer eher fremd wirkenden Musik eine tragende Rolle. Stimmlich gut unterwegs ist auch Aziz. Er sang ein Lied über seine Kindheit mit viel Gefühl und Ausdrucksstärke.

Dann drehte Hussein den Spieß um. Er forderte Schüler auf, selbst etwas vorzuspielen. Lisa ließ sich nicht lange bitten und gab ein selbst komponiertes Stück auf der Gitarre zum Besten. Sophie griff zum Cello und erhielt für ihren Vortrag ebenfalls viel Applaus. Abschließend griffen alle zu Instrumenten und veranstalteten eine kleine Percussion-Session, bei der auch außen an der Fensterfront vorbeilaufende Schüler gerne mitklatschten.

Zum Schluss der kurzweiligen, informativen Doppelstunde überreichte Ute Gund vom Elternbeirat der 7 a den beiden Flüchtlingen den Erlös aus dem Gauß-Vent, drapiert in einem von den Schülern selbst gestalteten Gesteck.

© Hockenheimer Tageszeitung, Mittwoch, 13.07.2016

 

Gut strukturiert für nächste Aufgaben bereit

FLÜCHTLINGSBETREUUNG: Asylnetzwerk sieht sich nach rund einem Jahr Arbeit gut aufgestellt / Anschlussunterbringung bringt neue Schwerpunkte / 172 Ehrenamtliche

Nach rund einem Jahr ehrenamtlicher Bemühungen, Flüchtlinge und Asylbewerber in das gesellschaftliche Leben Hockenheims zu integrieren, ist das Engagement beim Asylnetzwerk ungebrochen. Im Gegenteil: Die Liste wächst kontinuierlich, sie umfasst inzwischen 172 Namen, und inzwischen sei ein Multiplikator-Effekt zu spüren, indem Betreuer beispielsweise Familienmitglieder und Freunde in die Arbeit mit den Flüchtlingen einbringen, berichten Michael Gelb, Franz Villinger und Manuela Offenloch im Redaktionsgespräch.

Offenloch, Sprecherin des Arbeitskreises Freizeit, Sport und Kultur, spricht von einer „ausgesprochen guten und entspannten Stimmung unter den Helfern“. Michael Gelb sagt: „Wir profitieren immer noch davon, dass bei uns die Voraussetzungen komplett anders waren als an anderen Orten.“ Dass die Strukturen schon gefestigt gewesen seien, bevor die ersten Flüchtlinge kamen, sei ein großer Vorteil gewesen.

Entsprechend optimistisch sind die Netzwerker auch, dass es gelingen wird, die 138 Asylbewerber, die großteils am Dienstag von der Notunterkunft Racket-Center in Schwetzingen in die neu geschaffenen Räume in der IV. Industriestraße 5 umgezogen sind, genauso gut zu betreuen und zu integrieren.

Polizeilich völlig unauffällig

Ein wichtiger Indikator für den Erfolg der Arbeit ist die Tatsache, dass im Zusammenhang mit den 90 Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft im Pfälzer Ring nur vier Straftaten registriert wurden. „Das ist aus polizeilicher Sicht praktisch nichts“, unterstreicht Gelb und verweist auf 430 Flüchtlinge, die in der Verwaltungsgemeinschaft untergebracht sind und so wenig auffallen, dass das Polizeirevier von außen gefragt werde, ob es vergessen habe, Einträge einzupflegen.

Die Gründe dafür seien vielfältig: Zum einen sei die Unterkunft nicht so groß wie die in Schwetzingen, es seien andere Nationalitäten. Manuela Offenloch sieht auch einen Vorteil darin, dass im Pfälzer Ring sehr viele junge Männer wohnen: „Letztendlich sind sie trotz ihres kräftigen Äußeren noch Buben, man kann es nicht anders sagen.“ Ein sehr enges Netz biete Beschäftigung, aber auch Ansprache. „Wenn wir unten im Pfälzer Ring sind und merken, dass da was verrutscht, kann ich mich da mit sehr klaren Worten positionieren.“ Die jungen Bewohner brauchten Führung und eine Leitlinie.

Nähe sorgt für Entspannung

Die strikte Nähe des Asylnetzwerks, dass im Durchschnitt jeden Tag rund zehn Leute im Pfälzer Ring vorbeischauen, sorge für Entspannung. Einen wichtigen Einfluss habe auch der Deutschunterricht. Der Arbeitskreis Bildung organisiere während der Woche täglich zweimal eineinhalb Stunden Sprachkurse.

Die Helfer freuen sich, dass dieser große Einsatz Früchte getragen hat: Viele Bewohner der Containerunterkunft seien ganz eigenständig geworden, unterhalten sich auf Deutsch mit den Mitgliedern des Asylnetzwerks, seien öfter und länger in der Stadt unterwegs. „Sie haben die Bespaßung nicht mehr so nötig“, fasst Manuela Offenloch augenzwinkernd zusammen.

Ein Großteil der Zimmer in der IV. Industriestraße war am Dienstagabend bezogen, als sich das Netzwerk mit Brezeln und Tee bei einem kleinen Empfang vorstellte. Die Stimmung sei ausgesprochen gut gewesen, berichtet Manuela Offenloch. „Jeder hat jetzt schon mal unsere Gesichter gesehen, das war wichtig.“

Verändern wird sich die Arbeit des Asylnetzwerks nicht nur wegen der Verdoppelung der Anzahl von Flüchtlingen in Hockenheim und der größeren Bandbreite ihrer Deutsch- und anderen Kenntnisse. Weil nun auch Unterkünfte für die Anschlussunterbringung zur Verfügung stehen, stehen auch andere Bedürfnisse im Vordergrund.

Familien persönlich betreuen

Die bestehende Infrastruktur, die das Asylnetzwerk aufgebaut hat, hilft auch hier enorm, die Aufgaben rasch zu erfüllen, erläutert Franz Villinger, der mit Pia Hauser Sprecher des Arbeitskreises Soziales ist. So haben zwei Frauen das Sachspenden-Management übernommen, die ein kleines Lager in der Oberen Hauptstraße für die Deckung des Erstbedarfs eingerichtet haben. Einige der rund 30 Mitglieder des Arbeitskreises übernehmen persönliche Betreuung der Familien, die erstmals selbstständig in Wohnungen leben und Hilfe bei der Bewältigung des Alltags brauchen.

Im Moment werden sieben bis acht syrische Familien und zwei aus Eritrea betreut, die jeweils zwischen zwei und fünf Kindern haben und für drei Jahre eine Aufenthaltsgenehmigung haben. Der Arbeitskreis Soziales organisiert regelmäßig Treffen, um sich gegenseitig kennenzulernen, aber auch die Familien in Kontakt zu bringen mit anderen Arbeitskreisen, gerade auch dem für Arbeit. Denn die Flüchtlinge können bei ausreichenden Deutschkenntnissen relativ schnell arbeiten gehen.

Ein weiteres Stadium der Unterstützung wartet auf die Ehrenamtlichen, wenn die Flüchtlinge aus dem Pfälzer Ring, die im November gekommen sind, ihre Anhörungen und ihre Anerkennung haben. Das sei „extrem aufwendig“, weiß Michael Gelb nach dem Austausch mit Schwetzinger „Kollegen“. „Da muss man sich innerhalb kürzester Zeit um alles Mögliche kümmern, und das kriegen die Flüchtlinge alleine nicht hin“, erklärt er.

Als Beispiele nennt er Besuche bei Jobcenter, Ausländeramt, Krankenkasse. Wenn es um Familiennachzug geht, etwa bei Eritreern, müsse oft auch ein Anwalt eingeschaltet werden, weil das binnen drei Monaten geschehen müsse.

Dass das Asylnetzwerk auch diese Aufgabe meistern wird, bezweifeln Gelb, Villinger und Offenloch nicht. „Jeder Arbeitskreis macht einen tollen Job“, ist Manuela Offenloch überzeugt. Die meisten Mitglieder haben die AKs Freizeit und Soziales (je 45), gefolgt von Bildung (40) und Begleitung (30), Arbeit (9), Fahrradgruppe und W-lan (je 8), Kleiderspenden (6) und Sachspenden (2).

Neue Ehrenamtliche sind jederzeit willkommen, betonen die Sprecher, die gerne einen ersten Kontakt begleiten. Am Stand des Asylnetzwerks beim Hockenheimer Mai sei spürbar gewesen, dass die Hockenheimer großes Interesse haben. Dass sich so viele Flüchtlinge bei der Zubereitung des Speisenangebots beteiligt haben, ist für Offenloch ein Idealbeispiel, wie Integration funktionieren kann.

Aus Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung von Redaktionsmitglied Matthias Mühleisen am 27.05.2016.

Verweis zum Bericht: http://www.morgenweb.de/region/schwetzinger-zeitung-hockenheimer-tageszeitung/hockenheim/gut-strukturiert-fur-nachste-aufgaben-bereit-1.2792446

Leckeres aus fernen Ländern begeisterte auf dem Hockenheimer Mai

„Kaffee mit Ingwer – das ist ja mal interessant“ – war oft am Stand des Asylnetzwerkes Hockenheim beim Hockenheimer Mai am letzten Samstag zu hören. Das Asylnetzwerk bot an seinem Stand zusammen mit den Hockenheimer Asylbewerbern Speisen und G2016-05-25Asylnetzwerk_Bericht Hockenheimer Mai_Bild 1etränke aus deren Herkunftsländern an. Da duftete es verführerisch nach frisch geröstetem Kaffee – und auch Weihrauch, der unbedingt zur eritreischen Kaffeezeremonie dazu gehört. Eine willkommene Erfrischung war bei dem warmen Wetter auch die gekühlte Obstbowle mit Orangen, Granatapfel, Pfefferminz und vielen weiteren Zutaten. Auch die Teigtaschen – Samosas und Bolanis – Teigtaschen aus Pakistan und Afghanistan, das Gemüse und der scharfe Rindfleischeintopf aus Eritrea, und die leckeren Süßspeisen aus Pakistan und Syrien wurden neugierig von den vielen Besuchern des Standes probiert.

Schärfe an den europäischen Gaumen anpassen

Das Asylnetzwerk Hockenheim engagiert sich seit etwa einem Jahr dafür, Asylbewerber in das gesellschaftliche Leben von Hockenheim zu integrieren. Der Hockenheimer Mai bot dazu eine besondere Gelegenheit. Bereits Wochen zuvor begannen die Planungen dazu. Die jungen Männer aus dem Flüchtlingsheim im Pfälzer Ring waren sofort bereit, ihren Beitrag zu diesem Fest zu leisten. „Ich möchte gerne den Hockenheimern etwas zurückgeben. Sie haben uns in den vergangenen Monaten so freundlich in ihrer Stadt aufgenommen“, sagt Teklit Habtai aus Eritrea.

In einer ersten Besprechung mit den Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft wurde schnell klar, dass ein Stand mit Speisen aus den Herkunftsländern eine gute Möglichkeit ist, Gastfreundschaft zu erwidern und Kontakt mit den Hockenheimern herzustellen. Doch was anbieten? Um das herauszufinden, trafen sich einige Mitglieder des Arbeits2016-05-25Asylnetzwerk_Bericht Hockenheimer Mai_Bild 2kreises Freizeit mit Vertretern der einzelnen Nationen, um die von den Männern vorgeschlagene Speisen Probe zu kochen. „Das war ganz wichtig“, meint Marina Offenloch schmunzelnd, „wir haben nämlich schnell gemerkt, dass die Schärfe der Gerichte an den europäischen Ga
umen angepasst werden musste.“

Richtig ernst wurde es am Freitag vor dem Hockenheimer Mai. Da fanden sich dann 25 junge Männer aus dem Pfälzer Ring und sechs ehrenamtliche Helfer zum Kochen in der Küche des Pflegezentrums in Hockenheim zum Kochen ein. „Wir haben bis spät in die Nacht Gemüse gehackt, Teig geknetet, frittiert, gekocht und gebraten, bis die Bolani aus
Afghanistan, die Samosas aus Pakistan und die eritreischen Eintöpfe fertig in den Kühlhäusern standen“, lacht Tina Orth, eine der Organisatorinnen des Standes. Fast zehn Kilo Fleisch und mehr als mehr als 80 Kilo Gemüse und Obst wurden verarbeitet. Die syrischen Familien sorgten für den Nachtisch.

Am nächsten Tag war es dann so weit: Nach anfänglicher Zurückhaltung übernahmen die jungen Männer die Ausgabe der Speisen selbst. Viele Besucher waren überrascht, wie gut diese schon Deutsch sprechen und ihre Gerichte anpreisen. Auch die eritreische Kaffe
ezeremonie weckte die Neugier vieler Besucher und lud zum gemeinsamen Plausc
h über fremde Kulturen ein. Für die Flüchtlinge war es begeisternd zu sehen, wie gut ihr Essen bei den Besuchern ankam. „Manche fanden unsere Gerichte so lecker, dass sie mehrmals kamen und noch Freunde mitbrachten“, erzählt Naeem Zakir aus Pakistan mit strahlendem Ge
icht.

Zum guten Essen gehörte auch Unterhaltung: Die Trommelgruppe, welche einmal pro Woche unter der Leitung von Gunter Dubrau im Pfälzer Ring übt, spielte Lieder, die einige der jungen Männer und Besucher zum Tanzen animierte. Auf Stellwänden erfuhr man außerdem mehr über einige der Flüchtlinge, ihre Wünsche und Hoffnungen und die Situation in ihrer Heimat. Zusätzlich zu Verköstigung, Musik und Information, verkaufte der 2016-05-25Asylnetzwerk_Bericht Hockenheimer Mai_Bild 3Arbeitskreis Begleitung Bücher, die die Hockenheimer dem Asylnetzwerk spendeten. „Der Tag war ein voller Erfolg für uns alle und hat super Spaß gemacht – auch wenn ich nach zehn Stunden kaum mehr stehen konnte“, strahlt Martina Haas, die seit dem Morgen mit dabei war. „Wir haben uns insbesondere auch darüber gefreut, dass sich einige neue Mitglieder für das Asylnetzwerk angemeldet haben“, fährt sie fort, „denn Hilfe können wir wirklich brauchen – für D
eutschkurse, Patenschaften und viele, viele weitere Aufgaben.“

Ein großer Dank an die vielen Unterstützer

Wie immer bei solchen Aktionen, ist der Erfolg das Ergebnis vieler helfender Hände. Das Team des Arbeitskreis Freizeit des Asylnetzwerks Hockenheim und die Flüchtlinge bedanken sich für die großartige Unterstützung der folgenden Firmen, die großzügig mit hochwertigen Lebensmitteln und Materialien unterstützt haben: Aus Hockenheim die Metzgerei Hauser, der dm-Drogeriemarkt, der Vitamingarten, Tinte Toner und das Eiscafé „La Pallina“. Aus Neulußheim dem Biolandhof Merz und Adi´s Naturkost aus Brühl. Der Dank geht weiter an alle Hockenheimer Bürgerinnen und Bürger, die das Asylnetzwerk und die Flüchtlinge nicht nur an diesem Tag unterstützten. Wer sich mehr engagieren oder auch nur informieren will, erfährt mehr auf der Homepage www.asylnetzwerk-hockenheim.de.

Hockenheimer Mai mit dem Asylnetzwerk

Das Asylnetzwerk wird sich in diesem Jahr erstmals beim Hockenheimer Mai präsentieren. Zwei Arbeitskreise werden am 21. Mai einen gemeinsamen Stand anbieten und suchen dafür noch personelle Unterstützung:

Bücherflohmarkt (AK Begleitung): Anmeldung für Schichten über http://doodle.com/poll/r8syhrt239bm9was oder per Mail an: akbegleitung@asylnetzwerk-hockenheim.de.

Essens-/Informationsstand (AK Freizeit): Anmeldung für die Schichten über http://doodle.com/poll/mgk7cc3cq93x432t oder per Mail an: maistand@asylnetzwerk-hockenheim.de.

Erneuter Kleiderspenden-Sammeltermin des DRK in Hockenheim

Aufgrund der großen Nachfrage findet wieder eine Kleider- und Sachspendensammlung des DRK statt. Auf dem Zehntscheunenplatz und parallel auch wieder beim DRK Ortsverein, Im Auchtergrund 1, werden am Samstag, 9.4.2016 von 9 – 12 Uhr, die Spenden gesammelt. Besonders dringend gebraucht werden, Herrenbekleidung in kleinen Größen, Schuhe und Sportsachen. Für Fragen steht Christine Grein-de Lima, Telefon 06205/53 85, Mail christine.grein@drk-hockenheim.de zur Verfügung.

Geflüchtete lernen Akkordeon als Teil deutscher Musikkultur kennen

Im Rahmen des regelmäßig stattfindenden Begegnungscafés KOMM im Lutherhaus (dienstags von 17 bis 19:00 Uhr und samstags von 15 bis 17:00 Uhr) wurde den Geflüchteten, Ehrenamtlichen und Gästen am Ostersamstag wiederum ein besonderes Musikereignis geboten. Der Akkordeon-Lehrer Johannes Grebencikov (auc

Johannes Grebencikov und seine Akkordeon-Schüler begeisterten das Publikum im Lutherhaus (Bild: kso)

Johannes Grebencikov und seine Akkordeon-Schüler begeisterten das Publikum im Lutherhaus (Bild: kso)

h bekannt als Mitglied der Akustikband „Wörner Cocktail“) hatte mit seinen Schülern Lisa Kammer, Michael Ziegler, Nils Buchholz und Marcel Grebencikov ein kleines Ensemble zusammengestellt, welches den zahlreichen Zuhörern ein phantastisches Potpourri von zum Akkordeon passenden Musikstücken darbot. Solo, im Duett oder auch mit allen beteiligten Musikern als Mini-Orchester wurden unter anderem Stücke von Bach und Vivaldi gespielt. Aber auch auf Basis dynamischer Tango-Variationen wurde dem begeisterten Publikum die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten dieses Instruments, welches gerne auch als Handharmonika, Handklavier oder Ziehharmonika bezeichnet wird, nahegebracht. Während das umgangssprachlich bisweilen auch als Heimatluftkompressor, Quetschkommode oder Schifferklavier bezeichnete Instrument seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur deutschen Musikkultur gehört, war vielen der ausländischen Gäste eine gewisse Überraschung über Technik, Tonvielfalt und die musikalische Einsatzbreite des Akkordeons durchaus anzumerken. Am Ende dieses kleinen, aber sehr unterhaltsamen Konzerts dankte Nancy Gelb den Musikern mit kleinen Schokoladen-Präsenten und insbesondere dem engagierten „Asylnetzwerker“ Norbert Kircher, der dieses Konzert initiiert hatte.

kso

„Sunshine Runners“ trotzen trüber Witterung beim 10-Kilometer-Lauf in Brühl

Der Arbeitskreis (AK) Sport und Freizeit des Asylnetzwerks Hockenheim organisierte gemeinsam mit Mitgliedern der ASG Tria Hockenheim für Flüchtlinge eine Teilnahme am Heini-Langlotz-Lauf in Brühl. Der zehn Kilometer lange Lauf fand am letzten Sonntag statt. Der vom AK Sport und Freizeit seit einigen Wochen angebotene Lauftreff bekam in den letzten Tagen tolle Unterstützung von einigen Mitgliedern des ASG Tria in Hockenheim. Nicht nur Sach- und Geldspenden gingen hierbei ein, sondern auch die Idee an der Teilnahme beim Heini-Langlotz-Lauf wurde dort geboren.

Christian E. vom AK sowie Heidi Z. und Thorsten N. von der ASG Tria nahmen fünf Hockenheimer Flüchtlinge – Berhane M., Mebrahaton S., Ramin G., Filimon G., Zerenay T. – zu dieser tollen Veranstaltung mit. Unter dem von den Flüchtlingen selbst gewählten Namen „Sunshine Runners“ gingen die acht Teilnehmer am Sonntag in knall gelben Laufshirts bei kühlen Temperaturen um Punkt 12 Uhr an den Start.

Ehrenamtliche aus dem Asylnetzwerk Hockenheim und der ASG Tria Hockenheim mit den Läufern

Ehrenamtliche aus dem Asylnetzwerk Hockenheim und der ASG Tria Hockenheim mit den Läufern

Alle kamen ohne Blessuren und sehr glücklich ins Ziel, Berhane M. verfehlte als 12. Platzierter mit einer großartigen Zeit von 36:24,2 das Treppchen nur um knappe drei Minuten. Aber die Zeiten waren hier nur Nebensache, denn alle waren total begeistert von der Art der Veranstaltung und wurden von Ihrem Umfeld sehr positiv wahr- und aufgenommen. Viele Fotos wurden gemacht und etliche andere Läufer tummelten sich zum Meinungsaustausch bei den Athleten mit den zitronengelben Hemden – gelebte Integration!