Im Labyrinth des Lebens – Lesung mit Said Azami und Raquel Rempp

Am Freitag, 16. März 2018, 19 Uhr wird eingeladen in die Buchhandlung Gansler in Hockenheim, Rathausstr. 2. Die Lesung findet statt in Kooperation mit der Flüchtlingsarbeit im Evangelischen Kirchenbezirk Südl. Kurpfalz. Said Azami kommt aus Afghanistan. Seit etwas mehr als vier Jahren lebt er in Deutschland. Zusammen mit Raquel Rempp, Stadträtin in Schwetzingen, hat er inzwischen ein zweites Buch herausgegeben. In „Labyrinth des Lebens“ gibt das Autorenteam Einblicke in Geschichte und Politik Afghanistans, bietet viele Informationen über die orientalische Welt und berichtet gleichzeitig sehr kritisch über die dortigen Missstände. Die Lesung wird begleitet von Hussein Rezai, der afghanische Musik auf einem indischen Harmonium spielt. In seinen Stücken findet man einerseits andachtsvolle Melancholie, andererseits die Lebensfreude, die er als Mensch bei sich selbst statt dunkler Resignation siegen lässt. Der Eintritt ist frei. Spenden werden am Ausgang erbeten.

 

Training von ehrenamtlichen AnhörungsbegleiterInnen

Training von ehrenamtlichen AnhörungsbegleiterInnen und RechtsberaterInnen und Aufbau eines Pools
Freitag, 2.März. 2018, 16.00 – 20.00 und
Samstag, 3.März 2018., 9.30 – 16.00 (mit Pausen und Imbiss)
Ort: Schmitthenner-Haus, Heidelberg, Heiliggeiststraße 17
Referenten: Jürgen Blechinger, Jurist, Evangelischer Oberkirchenrat Karlsruhe (Bereich Flucht, Migration u. Interkulturelle Kompetenz) und Referent für Flucht und Migration, Diakonisches Werk Baden
Nancy Gelb, Juristin, Kirchenbezirksbeauftragte Flucht und Migration im Neckar-Odenwaldkreis; Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit / kirchlichdiakonische Fachberatung Asyl

Dieses Angebot findet in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Heidelberg statt. Es richtet sich an diejenigen, die ihre Kompetenz für die so essentielle Anhörungsvorbereitung und –begleitung vertiefen wollen und Valenzen haben, dann evtl. über ihre Gemeinde hinaus ab und zu Geflüchtete für Anhörungen vorzubereiten. Das Training ist folgendermaßen geplant:

  1. Grundlagenschulung zum Asylverfahren (die meisten haben Grundlagen, aber hier soll
    nochmals aktualisiert und konsolidiert werden) am Freitagnachmittag
  2. Intensivworkshop mit Schwerpunkt insbes. auf die Anhörung am Samstag
  3. Im Folgenden werden mit den Ehrenamtlichen, die sich dazu entschließen, weitere Termine vereinbart wie z.B. :
    a. Wahrnehmung eines Gerichtstermins beim Verwaltungsgericht
    b. Teilnahme bei Mandantengespräch / Anhörungvorbereitung bei FachanwältInnen
    aus der Region.
    c. Wir (AsylrechtlerInnen u.a.) wären natürlich auch für die Gruppe ansprechbar, bei
    Fragen usw.

So soll eine Gruppe aufgebaut werden, die Menschen im Asylverfahren etwas intensiver betreuen kann, und ein Netzwerk aus Ehrenamtlichen, Hauptamtlichen und Anwälten entstehen, die sich alle unterstützen können und eine optimale Vorbereitung der Menschen im Asylverfahren erlaubt.
Anmeldung bei Siegrid Tautz

Fortbildungen des Diakonischen Werkes

Das Diakonische Werk bietet wieder ein umfangreiches Fortbildungsangebot für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit.

Fortbildungsangebote_Diakonie_01-03-2018

Kontakt-Daten:
Diakonisches Werk
Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer, Schwangerenberatung, Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit, Schuldnerberatung.
Siegrid Tautz; Fachberatung „Flucht und Migration“; Unterstützung Ehrenamtlicher; WABE-Projekt
Hauptstr. 105, 69168 Wiesloch ; Telefon 06222 3865412 – siegrid.tautz@dw-rn.de
Dienststelle Schwetzingen, Hildastr. 4, 68723 Schwetzingen, Telefon 06202 93610


Eine Übersicht über alle Fortbildungs-, Schulungs-, Kultur- und Informationsangebote aller Anbieter im Rhein-Neckar-Kreis für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit finden Sie auf der Fortbildungsdatenbank  www.fo-ehrenamt.rhein-neckar-kreis.de.

Schauen Sie dort immer wieder rein! Es lohnt sich!

Integrationsportal für Ehrenamtliche und Hauptamtliche in der Flüchtlingsarbeit des Rhein-Neckar-Kreises

Das Integrationsportal ermöglicht und bietet

  • Austausch
  • Vernetzung
  • Zusammenarbeit
  • Informationen
  • Erfahrungen
  • Ideen
  • Hilfestellungen
  • Projektinformationen
  • Arbeitspapiere

für alle, die sich in der Abreit mit geflüchtetet Menschen engagieren.
Wie registrieren Sie sich für das Integrationsportal?
Senden Sie eine E-Mail mit Vor-, Nachname, Institution/Arbeitskreis und Ort an
integration@rhein-neckar-kreis.de
Flyer Integrationsportal

2. Internationales Begegnungsfest • sa • 26.08. • 14 – 23 Uhr

Das Hockenheimer Asylnetzwerk lädt am Samstag, 26. August von 14 bis 23 Uhr zum 2. Internationalen Begegnungsfest auf dem Waldfestplatz ein.

Plakat zur VeranstaltungAm Nachmittag wird es Tanz- und Folklore-Vorführungen aus den syrischen, afghanischen, eritreischen und deutschen Kulturräumen geben. Die DRK-Youngsters werden sich als echte Profis der Kinderbespaßung annehmen.

Zwischen den Vorführungen gibt es Freiräume für Begegnungen bei Kaffee und Kuchen oder den Genuss des internationalen Picknick-Buffets. Wie bei einem Picknick üblich, werden alle Teilnehmer und Besucher der Veranstaltung gebeten, etwas zu essen mitzubringen. Dabei kann es sich um Kuchen, Fingerfood, Salate und Obst handeln.

Zum Abend hin öffnet die Cocktailbar mit einer Auswahl an alkoholfreien Mixgetränken und Longdrinks. Dazu spielen zwei lokale Rock- und Pop-Größen auf. Mit »Echtzeit« wird zunächst die Rockband der Hockenheimer Musikschule für Stimmung in der Waldfesthalle sorgen. Danach übernimmt mit »Silhouette Dream« aus Neulußheim eine mittlerweile bekannte Coverband, die aber auch eigene Songs im Repertoire hat, die Regie auf der Bühne.

Lieber arbeiten als im Container rumzusitzen

Asylnetzwerk: Ehrenamtliche feiern mit Flüchtlingen im Pfälzer Ring und verteilen die von der Bevölkerung gespendeten Päckchen mit Hygieneartikeln und Schokolade

Zusammen mit den Ehrenamtlichen hat Manuela Offenloch, Sprecherin des Arbeitskreises Freizeit, Sport und Kultur beim Asylnetzwerk Hockenheim, eine Winterfeier für Flüchtlinge und Ehrenamtliche auf die Beine gestellt. Da Weihnachten noch ein bisschen hin war und „unter den Flüchtlingen viele Muslime sind“, so Offenloch, wurde es kurzerhand eine Winterfeier.

Doch das tut der weihnachtlichen Stimmung auf dem Gelände des Pfälzer Rings 8 keinen Abbruch. Es gibt Tee, Glühwein und Gebäck. Die Ehrenamtlichen haben das Gelände mit kleinen Kerzen geschmückt und gegen die Kälte gibt es mehrere Feuerkörbe. Natürlich darf auch handgemachte Musik nicht fehlen, und so gibt es eine kleine Trommel-Darbietung, zu der mancher Teilnehmer trotz oder gerade wegen der Kälte sogar tanzt.

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Zu Weihnachten endlich mit der Familie vereint

Asylnetzwerk: Arbeitskreis Soziales lädt Flüchtlinge regelmäßig zu Treffen mit Ehrenamtlichen und Institutionen / Syrer Toni nimmt erstmals mit Frau und Kindern teil

Weihnachten wird 2016 für Toni aus Syrien komplett anders als im vergangenen Jahr: Nach rund zwölfmonatiger Wartezeit ist er wieder mit seiner Familie vereint. Mit seiner Frau Hanan und den Kindern Christeen (17), den Zwillingen Karolean und Yousef (14) und Mera (3), die vor etwa sechs Wochen aus dem syrischen Latakia gekommen sind, wohnt er in Anschlussunterbringung in einer Wohnung in der Ottostraße. Die Familie lebt sich langsam in Hockenheim ein, unterstützt vom Asylnetzwerk. Die Ehrenamtlichen haben am Montagabend zu einem Treffen ins Gemeindezentrum St. Christophorus eingeladen, um das Knüpfen weiterer Kontakte zu ermöglichen.

Dabei sollen sich nicht nur die in Hockenheim untergebrachten Flüchtlinge in Anschlussunterbringung und ihre Betreuer oder Paten untereinander besser kennenlernen, ansprechbar sind auch Institutionen wie das Deutsche Rote Kreuz, Kolpingsfamilie, Kinderschutzbund oder der Kunstverein, erläutert Franz Villinger, Sprecher des Arbeitskreises Soziales im Asylnetzwerk, bei der Begrüßung.

Ansprechpartner für viele Anliegen

Alle zwei Monate lädt der Arbeitskreis zu den Treffen ein, es ist die siebte Zusammenkunft in St. Christophorus. Villinger stellt die Beteiligten vor, Hala Alede übersetzt für die syrischen Gäste.

Michael Gelb vom DRK ist erstmals in seiner neuen Funktion als Ansprechpartner für Flüchtlinge in Anschlussunterbringung und als Integrationsbeauftragter der Verwaltungsgemeinschaft dabei. Seine Kollegin Kerstin Grunwald leitet den Second-Hand-Laden in der Karlsruher Straße. Barbara Itschner ist für den Kinderschutzbund dabei, der sich um Familien kümmert, die Nachwuchs bekommen, wie die jungen Eritreer, bei denen das im Januar gleich doppelt der Fall sein wird.

Kunstverein begleitet beim Malen

Die Kolpingsfamilie, vertreten durch Stefanie und Peter Simons sowie Klaus Mann, hat Bücher in Arabisch und Deutsch als Geschenke für die Kinder mitgebracht und lädt zu ihren Spieletreffs ein. Und Ingrid Meierhöfer stellt namens des Kunstvereins das Projekt „Begleitetes Malen“ vor, das sich an Frauen, Männer und Kinder gleichermaßen richtet.

Dabei gehe es nicht darum, ein Kunstwerk zu schaffen: Die Teilnehmer sollen sich vielmehr „mit Farben anfreunden, gemeinsam malen und eine schöne Zeit miteinander verbringen.“ Spontan zeigten sich sowohl einige Kinder als auch Erwachsene am Projekt interessiert.

Eine schöne, wenn auch nicht ganz einfache Zeit verbringen auch Toni und seine Familie miteinander, seit Frau und Kinder das Haus von Tonis Eltern in Latakia verlassen haben und via Beirut nach Deutschland geflogen sind. Sie hatten seit sechs Jahren bei den Großeltern gelebt, weil sie aus ihrem Dorf fliehen mussten, als der IS dort auftauchte, berichtet Toni. „Alle Häuser sind inzwischen zerstört dort“, blickt er zurück.

Christeen, Karolean und Yousef haben sich in Syrien das deutsche Alphabet beigebracht und können sich nach den sechs Wochen schon auf Deutsch verständigen. Die Zwillinge besuchen die Hartmann-Baumann-Schule, die 17-Jährige die Louise-Otto-Peters-Schule, derzeit steht natürlich das Deutschlernen im Vordergrund, die Klassen bestehen nur aus Flüchtlingskindern, so dass die Jugendlichen unter einheimischen Gleichaltrigen noch keine Freunde gefunden haben.

Kontakte über Gesang knüpfen

Sie hoffen, dass sich das ändert, wenn ab Januar in der Kirche eine neue Singgruppe gegründet wird, an der sie teilnehmen möchten. Denn Choräle in der Kirche haben sie in Syrien auch regelmäßig gesungen. Toni und seine Familie sind orthodoxe Christen. „Davon gibt es rund 1,5 Millionen in Syrien, mehr als Katholiken“, berichten die Kinder. Wobei religiöse Unterschiede keine Rolle gespielt hätten zuhause – alle hätten friedlich miteinander gelebt.

Für ihre Zukunft haben die Mädchen schon konkrete Vorstellungen: Christeen möchte Architektin werden, Karolean viele Sprachen lernen. Deshalb möchten sie lieber weiter zur Schule gehen als eine einfache Ausbildung zu beginnen. Ab kommender Woche besucht sie Elisabeth vom Asylnetzwerk, um zuhause Deutsch mit ihnen zu üben.

Mit ihrem Papa hatten sie regelmäßig Kontakt übers Telefon über Whatsapp und andere Nachrichten-Programme, und so hält die Familie jetzt auch die Verbindung zu den Großeltern, die an der syrischen Mittelmeerküste geblieben sind – „wenn der Strom nicht gerade aus ist“, kommt die Einschränkung.

Die Familie hat auch Verwandte in Hockenheim: Zwei von Tonis Schwägern sind in Hockenheim untergebracht, andere Familienmitglieder leben in Schweden und Belgien, erzählen sie, während Grace am Flügel zwei Weihnachtslieder spielt, die sie neu gelernt hat: „Jingle Bells“ und „Stille Nacht“.

Für Toni, der in Syrien als Fliesenleger gearbeitet hat und hier bereits sechs Monate Praktikum sowie einige Minijobs absolvierte, beginnt ab Januar ebenfalls das intensive Deutsch-Pauken mit dem Sprachkurs. Er ist im März von der Gemeinschaftsunterkunft im Pfälzer Ring in die Ottostraße gezogen, zunächst in eine Wohngemeinschaft, jetzt mit seiner Familie in eine andere Wohnung im Haus – gute Voraussetzung für ein anderes, ein besseres Weihnachtsfest.

© Matthias Mühleisen, Hockenheimer Tageszeitung, Donnerstag, 22.12.2016